Schon eine Weile ist es her, seit wir geschrieben haben. In der Zwischenzeit sind wir von Göteborg weiter Richtung Norden geradelt. Das Wetter wird von Tag zu Tag schöner, unsere Beine kräftiger und – zu unserer grossen Erleichterung – hat sich sogar das Sitzleder langsam entwickelt. Die Velohosen bleiben inzwischen meistens in der Tasche.
Unser Weg führt uns vorbei an den wunderschönen Schäreninseln. Immer wieder setzen wir mit kleinen und kleinsten Fähren von einer Insel zur nächsten über. Das tiefblaue Meer glitzert zwischen den runden Felsen, das satte Grün der Wälder und das typische schwedische Moos leuchten mit dem Wasser um die Wette. Es sind Landschaften, von denen wir kaum genug bekommen können.
Was uns allerdings etwas zu schaffen macht, sind die vielen Ferienreisenden. Die Sommerferien haben begonnen. Menschen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Spanien ziehen Richtung Norden, während gleichzeitig viele Norweger ihre Ferien in Schweden verbringen – hier ist vieles günstiger und oft auch etwas wärmer als zu Hause. Entsprechend sind die Campingplätze gut gefüllt und auch auf den Strassen ist deutlich mehr Verkehr unterwegs.
Zum Glück gibt es genügend kleine Nebenstrassen und Waldwege. Genau dort fühlen wir uns ohnehin am wohlsten. Wir übernachten weiterhin oft in den kleinen Sheltern, die wir inzwischen richtig lieben. Meistens sind wir dort ganz alleine. Zwischendurch gönnen wir uns einen Campingplatz – einfach, um wieder einmal ausgiebig zu duschen und eine Maschine Wäsche zu waschen.
An einer besonders schönen schwedischen Schärenküste kurz vor Strömstad holt uns das schlechte Wetter wieder ein. Eigentlich wollen wir einen abgelegenen Shelter erreichen und den Regentag dort verbringen. Doch wie das manchmal so ist, sind wir ein wenig zu spät unterwegs. Kurz bevor wir den Wald verlassen, öffnet der Himmel seine Schleusen.
Wir stehen komplett in Regenkleidung eingepackt am Waldrand und überlegen, was wir nun tun sollen. Vor uns steht ein wunderschönes Haus mit einem grossen Garten. Das Garagentor steht offen.
Julien sagt schon zum dritten Mal: «Könnten wir nicht einfach fragen, ob wir uns dort unterstellen dürfen?»
In diesem Moment öffnet sich die Haustür. Ein Mann winkt uns freundlich heran.
Er und seine Frau leben hier mit ihren beiden kleinen Kindern ziemlich abgeschieden mitten im Wald. Kaum stehen wir unter dem Dach, werden wir schon hereingebeten. Aus einem Kaffee wird ein gemeinsames Mittagessen, daraus ein Abendessen – und schliesslich bleiben wir sogar bis zum nächsten Morgen.
Es gibt Begegnungen, bei denen man das Gefühl hat, sich schon lange zu kennen. Wenn es so etwas wie „Freundschaft auf den ersten Blick“ gibt, dann erleben wir sie genau hier.
Die beiden sind Musiker und normalerweise auf der ganzen Welt unterwegs. Einer von ihnen bleibt jeweils mit den Kindern hier im verwunschenen Waldhaus, während der andere auf Tour ist. Wir reden stundenlang über Reisen, Musik, Familie und das Leben. Unsere Kinder verschwinden sofort zwischen den unzähligen Legosteinen im Kinderzimmer. Und ich? Ich schlafe am Nachmittag auf dem Sofa ein. Ehrlich gesagt gehört ein bequemes Sofa und ein Bett, mittlerweile zu den Dingen, die wir von zu Hause wohl am meisten vermissen.
In dieser Nacht schlafen wir mitten im Wohnzimmer – mit direktem Blick in den Wald und begleitet vom gleichmässigen Trommeln des Regens auf dem Dach. Es könnte kaum gemütlicher und trockener sein.
Am nächsten Morgen scheint die Sonne wieder. Schweren Herzens verabschieden wir uns und radeln weiter Richtung Strömstad.
Doch auch dort reisst unsere Glückssträhne nicht ab. Dank unserer neuen Freunde dürfen wir im Haus der Mutter übernachten. Ihr Mann zeigt uns die Umgebung und verrät uns einen Geheimtipp: das Marine-Aquarium der Universität Göteburg.
Was für ein wunderbarer Ort! Meerwasserbecken zeigen die Unterwasserwelt der schwedischen Küste. Die Kinder dürfen Seesterne und Muscheln berühren, Einsiedlerkrebse vorsichtig auf die Hand nehmen und das Leben unter Wasser ganz aus der Nähe entdecken. Ein Ausflug, der uns allen lange in Erinnerung bleiben wird.
Da die Campingplätze weiterhin voll sind und Norwegen bereits ganz nah liegt, setzen wir mit der Fähre über den Oslofjord nach Sandefjord über. Von dort radeln wir weiter über die kleinen Schäreninseln Richtung Oslo.
Schon auf der zweiten Insel begegnen wir erneut einer Familie. Ganz spontan laden sie uns für den nächsten Tag zum Mittagessen ein. Ihr zehnjähriger Sohn versteht sich auf Anhieb mit unseren Jungs, und die kleinere Schwester getraut sich auch immer mehr in unsere Nähe. Während die Kinder Trampolin springen und spielen, sitzen wir Erwachsenen zusammen, reden und lachen. Aus einem Mittagessen wird wieder einmal ein ganzer Nachmittag – und schliesslich bleiben wir sogar über Nacht.
Es ist erstaunlich, wie oft uns auf dieser Reise Menschen begegnen, die uns ihre Türen öffnen. Solche Momente bleiben oft länger in Erinnerung als jede Sehenswürdigkeit.
Von dort geht es weiter nach Horten. Wir suchen vergeblich einen Ticketschalter für die Fähre nach Moss – bis wir erfahren, dass Fussgänger und Velofahrer ganz einfach gratis mitfahren dürfen.
Da unsere Zeit langsam knapp wird und wir unbedingt noch nach Billund ins Legoland und ins Legol House möchten, beschliessen wir, einen Teil der Strecke mit dem Zug zurückzulegen. Von Moss fahren wir zurück nach Göteborg und verbringen dort noch einen Tag.
Im Naturhistorischen Museum bestaunen wir den berühmten Blauwal – ein beeindruckender Anblick.
Am nächsten Morgen bringt uns die Fähre nach Frederikshavn in Dänemark. Von dort geniessen wir noch einige wunderschöne Velotage, schlafen ein letztes Mal in den gemütlichen Sheltern und fahren schliesslich mit Zug und Bus weiter nach Billund.
Billund ist eine kleine, gepflegte Stadt, geprägt von Menschen aus aller Welt und natürlich von Lego. Der Kulturschock ist perfekt.
Wir übernachten zwei Nächte im Village Resort beim Legoland – für stolze 80 Franken pro Nacht im Zelt. Nicht gerade günstig, aber dafür sind die Kinder im siebten Himmel.
Zwei Tage Legoland machen unglaublich Spass, lassen uns aber auch ziemlich erschöpft zurück. Den schönsten Abschluss bildet für uns jedoch das LEGO House. Dort geht es nicht um Achterbahnen oder Attraktionen, sondern um das eigentliche Herz von Lego: bauen, ausprobieren und kreativ sein. Genau dort verbringen wir unseren liebsten Legotag.
Nun sind wir bereits in unserer letzte Reisewoche. Und irgendwie können wir es kaum glauben.
Unser grosses Abenteuer neigt sich langsam seinem Ende zu.
Of Islands, Friendships and Small Wonders
It has been quite a while since our last update. In the meantime, we have continued cycling north from Gothenburg. Day by day, the weather becomes warmer, our legs grow stronger, and—much to our relief—even our sore bottoms finally adapt. We hardly need our padded cycling shorts anymore.
Our route takes us through the stunning Swedish archipelago. Tiny ferries carry us from one island to the next. Deep blue water sparkles between smooth granite rocks, while the bright green moss and forests compete with the sea for our attention. It is hard to imagine a more beautiful place to cycle.
There is only one small challenge: summer has arrived. Travellers from Germany, Austria, Switzerland, Italy and Spain head north, while many Norwegians also spend their holidays in Sweden, where prices are lower and the weather is often a little warmer. Campsites are full, the roads are busy, and finding quiet places becomes a little more difficult.
Luckily, we love the smaller roads anyway. We continue to spend many nights in Sweden’s wonderful shelters, often completely on our own. Every now and then we choose a campsite—not for the view this time, but simply for a long shower and a chance to wash our clothes.
One day, along another beautiful stretch of swedish coastline, the weather changes once again. Our plan is to reach a small shelter hidden in the forest and wait out the rain there. As so often happens on bicycle journeys, we are just a little too late.
Just before leaving the forest, the sky opens.
Standing at the edge of the woods in full rain gear, we wonder what to do. In front of us is a beautiful house with a large garden and an open garage.
For the third time Julien asks, “Shouldn’t we simply ask if we can wait there until the rain stops?”
At exactly that moment, the front door opens.
A man waves us over with a smile.
He and his wife live here, deep in the forest, with their two young children. Within minutes we are invited inside. One coffee turns into lunch, lunch becomes dinner, and before we know it, we are staying the night.
Sometimes you meet people who immediately feel like old friends.
If „friendship at first sight“ exists, this must be it.
They are musicians who normally travel the world. While one is away performing, the other stays here with the children in this magical woodland home. We spend hours talking about music, travelling, family and life. The children disappear into mountains of Lego, while I quietly fall asleep on the sofa. To be honest, a comfortable sofa ans a bed has become one of the things we miss most from home.
That night we sleep in their living room, looking out over the forest while rain drums softly on the roof. It could hardly be more peaceful.
The next morning the sun returns, and with heavy hearts we continue towards Strömstad.
Our good fortune continues there as well. Thanks to our new friends, we stay at the home of his mother. Her husband proudly shows us around town and recommends a hidden gem: the Marin-aquarium of the university Göteborg.
It turns out to be a fantastic experience. Saltwater tanks display marine life from the Swedish coast. The children gently touch starfish and mussels, hold hermit crabs in their hands and discover an underwater world.
Since campsites remain crowded and Norway is now within reach, we cross the Oslofjord by ferry to Sandefjord. From there we continue cycling through more islands towards Oslo.
On only our second island we meet another wonderful family. They spontaneously invite us for lunch the following day. Their ten-year-old son instantly becomes friends with our boys, Their little daughter quickly joins in, and before long everyone is playing together. Lunch turns into the entire afternoon—and eventually into another overnight stay.
Once again we are amazed by the kindness of complete strangers. These unexpected encounters often become the greatest highlights of our journey.
From there we continue to Horten. We spend quite some time searching for the ferry ticket office to Moss before discovering that cyclists and pedestrians cross… completely free of charge.
Time is slowly running short, and we still dream of visiting Billund. So we decide to take the train from Moss back to Gothenburg, where we spend one more day exploring the city.
At the Natural History Museum we stand in awe beneath the enormous blue whale.
The following day a ferry brings us to Frederikshavn in Denmark. We enjoy a few more peaceful cycling days, spend our final nights in lovely little shelters, and eventually travel by train and bus to Billund.
Billund is a neat little town full of international families—and, of course, Lego.
The culture shock is real.
We camp for two nights at the Legoland Village Resort. Even camping costs around CHF 80 per night, but our children couldn’t be happier.
Two days in Legoland leave us excited, inspired and completely exhausted.
Our favourite experience, however, is the LEGO House. Instead of roller coasters, everything here revolves around creativity, imagination and building. It feels like the true heart of Lego.
Now our final travel week has begun.
By bicycle, train and a few more short stages we make our way towards Flensburg. Soon a train from Hamburg will take us back to Bern.
And somehow, it still feels impossible to believe. Our great adventure is slowly coming to an end.
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Des îles, des rencontres et des petits miracles
Cela fait déjà un bon moment que nous ne vous avons plus donné de nouvelles. Depuis, nous continuons notre route à vélo vers le nord, en quittant Göteborg. Chaque jour, le soleil se montre un peu plus généreux, nos jambes deviennent plus fortes et, à notre grand soulagement, notre postérieur finit lui aussi par s’habituer aux longues journées de selle. Les cuissards rembourrés restent désormais la plupart du temps au fond des sacoches.
Notre itinéraire traverse le magnifique archipel suédois. De petits ferries nous emmènent d’île en île. La mer, d’un bleu profond, scintille entre les rochers polis par le temps, tandis que les mousses vertes et les forêts semblent rivaliser de beauté avec l’eau. Impossible de se lasser de ces paysages.
Le seul petit inconvénient, c’est que les vacances d’été ont commencé. Des voyageurs venus d’Allemagne, d’Autriche, de Suisse, d’Italie ou d’Espagne montent vers le nord, tandis que de nombreux Norvégiens passent leurs vacances en Suède, où les prix sont plus modérés et le climat souvent un peu plus agréable. Les campings affichent complet et les routes sont bien plus fréquentées.
Heureusement, nous préférons de toute façon les petites routes et les chemins de traverse. Nous dormons encore très souvent dans les petits shelters, presque toujours seuls. De temps en temps, nous choisissons un camping, surtout pour profiter d’une bonne douche et faire une lessive.
Un jour, alors que nous longeons une superbe côte de l’archipel, la pluie revient. Notre idée est de rejoindre un petit shelter isolé dans la forêt pour y attendre la fin de l’averse. Mais, comme cela arrive souvent à vélo, nous sommes un peu trop optimistes.
À peine sortis de la forêt, le ciel s’ouvre complètement. Nous attendons au bord des arbres, habillés de la tête aux pieds en vêtements de pluie. Devant nous se trouve une belle maison avec un grand jardin et une porte de garage ouverte.
Pour la troisième fois, Julien demande : « Et si on leur demandait simplement si on pouvait s’abriter ? »
À ce moment précis, la porte de la maison s’ouvre.
Un homme nous fait signe d’approcher.
Lui et sa femme vivent ici, au cœur de la forêt, avec leurs deux jeunes enfants. En quelques minutes, nous sommes invités à entrer. Un café devient un déjeuner, puis un dîner… et finalement une nuit passée chez eux.
Il existe des rencontres où l’on a l’impression de connaître les gens depuis toujours.
Si l’amitié au premier regard existe, alors nous la vivons ici.
Tous les deux sont musiciens et parcourent habituellement le monde. Pendant que l’un est en tournée, l’autre reste ici avec les enfants dans cette maison presque enchantée au milieu des bois. Nous parlons pendant des heures de musique, de voyages, de famille et de la vie. Les enfants disparaissent au milieu d’innombrables Lego, et moi, je m’endors tranquillement sur le canapé. Un vrai canapé fait désormais partie des choses qui nous manquent le plus de la maison.
Cette nuit-là, nous dormons dans leur salon avec une vue magnifique sur la forêt, bercés par le bruit de la pluie. Au sec!
Le lendemain, le soleil revient. Nous repartons le cœur un peu lourd en direction de Strömstad.
Notre bonne étoile continue de nous accompagner. Grâce à nos nouveaux amis, nous passons également une nuit chez la mère de notre hôte. Son mari nous fait découvrir la région et nous conseille un lieu extraordinaire : l’aquarium marine de l’université de Göteborg.
Quelle merveille ! Les bassins d’eau de mer présentent toute la faune de la côte suédoise. Les enfants peuvent toucher des étoiles de mer, des moules, observer de près les bernard-l’ermite et découvrir un monde marin fascinant.
Comme les campings restent pleins et que la Norvège est désormais toute proche, nous traversons le fjord d’Oslo en ferry jusqu’à Sandefjord, avant de poursuivre notre route à vélo vers Oslo à travers les îles.
Dès notre deuxième île, une nouvelle famille nous invite spontanément à déjeuner le lendemain. Leur fils de dix ans est leur fille devient immédiatement le compagnon de jeu de nos garçons. Les enfants jouent pendant des heures pendant que nous discutons autour de la table. Une fois de plus, un simple déjeuner se transforme en toute une journée… puis en une nuit passée sous leur toit.
Nous sommes toujours émerveillés par la générosité de parfaits inconnus. Ce sont souvent ces rencontres qui restent les plus beaux souvenirs du voyage.
Nous continuons ensuite jusqu’à Horten. Après avoir cherché longtemps le guichet du ferry pour Moss, nous découvrons avec surprise que les piétons et les cyclistes traversent… gratuitement.
Le temps commence à manquer et nous rêvons encore de Legoland. Nous prenons donc le train de Moss jusqu’à Göteborg pour y passer une dernière journée.
Au musée d’histoire naturelle, nous admirons l’impressionnant squelette d’une baleine bleue.
Le lendemain, un ferry nous emmène à Frederikshavn, au Danemark. Nous profitons encore de quelques belles journées à vélo, passons une dernière nuit dans un shelter avant de rejoindre Billund en train et en bus.
Billund est une petite ville charmante, très internationale… et entièrement marquée par Lego.
Le choc culturel est immédiat.
Nous passons deux nuits au Legoland Village Resort. Même le camping coûte près de 80 CHF par nuit, mais les enfants sont aux anges.
Deux journées à Legoland nous remplissent de joie… et nous laissent complètement épuisés.
Notre plus beau souvenir reste pourtant le LEGO House. Ici, tout tourne autour de la créativité, de l’imagination et du plaisir de construire. C’est, à nos yeux, le véritable cœur de l’univers Lego.
Notre dernière semaine de voyage commence désormais.
À vélo, en train et au fil de quelques dernières étapes, nous mettons le cap sur Flensburg.
Et pourtant…
Nous avons encore du mal à croire que cette grande aventure touche doucement à sa fin.
























