Schon wieder sind vier Wochen vergangen. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht.
Unser Abenteuer auf dem Fahrrad entwickelt sich schliesslich doch etwas anders, als wir ursprünglich geplant haben. Eigentlich wollen wir einen Teil der Strecke mit dem Zug zurücklegen. Doch immer wieder entdecken wir noch einen schönen Küstenabschnitt, einen kleinen Umweg oder eine Landschaft, die wir nicht einfach an uns vorbeiziehen lassen wollen. So fahren wir schliesslich den ganzen Weg vom Süden Dänemarks bis nach Göteborg mit dem Fahrrad.
Der Start ist allerdings deutlich kälter und nasser als erwartet. Fast täglich prasselt der Regen auf unser Zelt. Wer schon einmal mehrere Tage hintereinander im Zelt gelebt hat, weiss: Wenn man morgens vom Trommeln der Regentropfen geweckt wird und draussen alles grau und nass ist, hält sich die Motivation, aufs Fahrrad zu steigen, manchmal in Grenzen. Also holen wir alle warmen Kleider hervor. Mehr als einmal suchen wir Schutz unter einem Dach oder unter Bäumen, und noch häufiger werden wir trotzdem klatschnass. Unterwegs besorgen wir zusätzliche Regensachen, erledigen kleinere Reparaturen an den Fahrrädern und lernen einmal mehr, dass auch diese Art des Reisens immer wieder Improvisation verlangt.
Pünktlich zur Mittsommernacht ändert sich das Wetter. Die Sonne zeigt sich häufiger, die Tage sind lang und hell, und zum Glück bleibt es deutlich angenehmer als gleichzeitig in der Schweiz. So geniessen wir das Unterwegssein wieder in vollen Zügen.
Beim Veloreisen ist es aber nicht nur das Fahren selbst, das Kraft kostet. Es ist das tägliche Auf- und Abbauen des Zeltes, die Suche nach einem schönen Schlafplatz, das Kochen im Freien, das ständige Leben draussen und das Ausgeliefertsein an Wind und Wetter. All das gehört dazu und macht diese Art des Reisens gleichzeitig wunderschön und manchmal auch ziemlich anstrengend.
Immer wieder diskutieren wir als Familie, ob wir doch noch weiter nach Norden, bis nach Norwegen, fahren wollen. Irgendwann merken wir jedoch, dass wir während dieses Sabbatjahres nie einfach möglichst viele Kilometer sammeln wollen. Unser Motto lautet von Anfang an: anhalten, umschauen, erleben und bewusst geniessen.
Und genau daran erinnern wir uns.
Deshalb beschliessen wir, nicht einfach weiterzufahren, sondern dort zu bleiben, wo es uns gefällt. Einen zusätzlichen Tag an einem schönen See zu verbringen. Einen kleinen Umweg zu machen. Eine Wanderung einzuschieben oder einfach einmal nichts zu tun.
Wir übernachten noch immer oft in den kleinen Sheltern, die es überall in Dänemark und Schweden gibt. Manchmal liegen sie wunderschön, manchmal etwas weniger romantisch – aber immer erzählen sie ihre eigene kleine Geschichte. Besonders die Strecke entlang des Kattegatleden begeistert uns. Immer wieder verlassen wir die offiziellen Velorouten und erkunden kleinere Wege und Waldpfade. Ab und zu müssen wir die Fahrräder schieben, doch gerade diese kleinen Abenteuer bleiben oft besonders in Erinnerung.
Die Stimmung in unserer kleinen Reisegruppe schwankt manchmal genauso wie die Landschaft. Bergab jubeln alle, bergauf wird es deutlich ruhiger. Anfangs sind die Steigungen noch moderat, doch je weiter wir nach Norden kommen, desto hügeliger wird die Landschaft und desto häufiger spüren wir unsere Beine.
Beim Bergauffahren wird manchmal lautstark geschimpft und ordentlich geschnauft. Steigungen gehören definitiv nicht zu den Lieblingsdisziplinen unserer kleinen Crew. Dafür flitzen wir bei jeder Abfahrt mit einem breiten Grinsen im Gesicht den Berg wieder hinunter.
Und dann gibt es da noch die berüchtigte Mama-Tollwut. Sie tritt meistens genau dann auf, wenn wir nach einem langen Tag endlich alle auf unseren Matten liegen – egal ob im Zelt oder im Shelter. Eigentlich wäre jetzt Schlafenszeit. Stattdessen wird noch herumgealbert, gekichert, provoziert und einfach alles Mögliche gemacht – nur nicht geschlafen. Irgendwann ist sie dann da: die berüchtigte Mama-Tollwut. Zum Glück hält auch sie nie lange an. Nach ein paar Minuten kehrt wieder Ruhe ein, und einer nach dem anderen schläft dann doch friedlich ein.
Die Papa-Krise sieht übrigens etwas anders aus. Sie tritt zuverlässig im Supermarkt auf, wenn wir gefühlt eine Ewigkeit für den Einkauf brauchen und danach «nur noch ganz kurz» in den Spielzeugladen „müssen“. Dieses «ganz kurz» scheint für Kinder nämlich eine erstaunlich dehnbare Zeiteinheit zu sein.
In den nächsten Tagen möchten wir noch etwas weiter nordwärts fahren und anschliessend die wunderschöne Schärenküste erkunden. Danach soll uns eine Fähre über den Oslofjord nach Norwegen bringen.
Langsam merken wir aber auch, dass sich unser grosses Reisejahr seinem Ende nähert. Immer öfter schweifen die Gedanken nach Hause. Wir überlegen, was uns dort erwartet, worauf wir uns freuen und was alles organisiert werden muss. Die Kinder freuen sich darauf, wieder zur Schule zu gehen und ihre Freunde zu treffen. Und auch wir Erwachsene freuen uns auf etwas mehr Alltag, auf Familie und Freunde – und vielleicht auch darauf, für eine Weile nicht jeden Morgen zuerst das Zelt zusammenpacken zu müssen.
Between Rain Clouds and the Midnight Sun
Another four weeks have already flown by. It’s incredible how quickly time passes.
Our cycling adventure is turning out quite differently from what we originally planned. At first, we intend to take the train for part of the journey. But time and again we discover another beautiful stretch of coastline, another quiet back road or another landscape that we simply can’t leave behind. Before we know it, we have cycled all the way from southern Denmark to Gothenburg.
The beginning is much colder and wetter than we expected. Almost every day, rain drums on our tent. Anyone who has spent several days camping knows the feeling: when you wake up to the sound of raindrops and everything outside is grey and soaked, getting back on the bike takes quite a bit of motivation. So we unpack every warm piece of clothing we have. More than once we take shelter under a roof or beneath the trees, and even more often we end up completely soaked anyway. Along the way we buy extra rain gear, repair our bikes and once again learn that travelling like this always requires a good dose of flexibility and improvisation.
Just in time for Midsummer, the weather changes. The sun appears more often, the days are wonderfully long and bright, and thankfully the temperatures stay much cooler than the heat people are experiencing back home in Switzerland. Once again, we truly enjoy life on the road.
Cycling itself is only part of the challenge. Every day means packing up camp, searching for a beautiful place to sleep, cooking outdoors, living entirely outside and adapting to whatever the weather decides to do. It can be exhausting, but it is also exactly what makes this way of travelling so special.
As a family, we keep discussing whether we should continue farther north into Norway. Eventually we realise that this sabbatical year has never been about collecting as many kilometres as possible. From the very beginning our motto has been simple: stop, look around, experience, and enjoy every moment consciously.
And that is exactly what we remind ourselves of.
Instead of constantly moving on, we choose to stay where we feel happy. We spend another day beside a beautiful lake, take a small detour, go for a hike or sometimes simply do… nothing.
We still spend many nights in the wonderful shelters that can be found all over Denmark and Sweden. Some are beautifully located, others are a little less romantic, but every single one tells its own little story. We especially fall in love with the coastline along the Kattegat. Again and again we leave the official cycling routes behind and explore smaller forest paths and quiet gravel roads. Every now and then we even have to push our bikes, but those little adventures often become the memories we treasure most.
The mood within our little travelling family changes just like the landscape. Downhill everyone is laughing and cheering. Uphill things suddenly become much quieter. At first the climbs are gentle, but the farther north we travel, the hillier the landscape becomes—and our legs definitely notice.
Going uphill often comes with loud complaints, dramatic sighs and plenty of puffing and panting. Steep climbs are definitely not our little team’s favourite part of the journey. On the other hand, every downhill section is raced with huge smiles on our faces.
And then there is the famous “Mum Meltdown.” It usually appears just when, after a long day, everyone is finally lying on their sleeping mats—whether in the tent or in a shelter. At that point everyone should really be falling asleep. Instead, the giggling begins, someone starts teasing the others, everyone gets silly and absolutely nobody seems interested in sleeping. Sooner or later, the inevitable Mum Meltdown arrives. Luckily it never lasts very long. A few minutes later peace returns and, one after another, everyone drifts off to sleep.
Dad’s Crisis is a little different. It almost always happens in supermarkets. After we’ve already spent what feels like forever doing the grocery shopping, we apparently still have to pop into the toy shop “just for a minute.” Children seem to have an incredibly flexible understanding of what “just a minute” actually means.
Over the next few days we plan to continue a little farther north before exploring the beautiful Swedish archipelago. Afterwards, a ferry will take us across the Oslofjord into Norway.
At the same time, we can feel that this incredible sabbatical year is slowly coming to an end. More and more often our thoughts drift towards home. We think about everything waiting for us there, everything that still needs organising, and everything we are looking forward to. The children can’t wait to see their friends again and return to school. And we adults are also looking forward to a little more everyday life, to family and friends—and perhaps to waking up without having to pack up the tent every single morning.
Until then, we send you warm greetings from Sweden.
This is probably one of the last travel stories from our great adventure.
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Entre les nuages de pluie et le soleil de minuit
Déjà quatre semaines qui passent à une vitesse folle. Le temps file vraiment.
Notre aventure à vélo se déroule finalement un peu autrement que nous l’avions imaginée. Au départ, nous prévoyons de prendre le train sur une partie du parcours. Mais, jour après jour, nous découvrons une nouvelle route côtière, un petit détour ou un paysage que nous ne voulons tout simplement pas quitter. Finalement, nous parcourons tout le trajet entre le sud du Danemark et Göteborg… à vélo.
Le début est bien plus froid et pluvieux que prévu. Presque chaque jour, la pluie tambourine sur notre tente. Ceux qui ont déjà passé plusieurs jours sous une tente connaissent cette sensation : lorsque l’on se réveille au son de la pluie et que tout est gris et humide dehors, il faut parfois beaucoup de motivation pour remonter sur le vélo. Nous ressortons donc tous nos vêtements chauds. Plus d’une fois, nous nous abritons sous un toit ou sous les arbres, et encore plus souvent nous terminons complètement trempés. En chemin, nous achetons des vêtements de pluie supplémentaires, faisons quelques réparations sur les vélos et apprenons une fois de plus qu’un voyage comme celui-ci demande sans cesse de l’improvisation et de la souplesse.
Juste à temps pour la fête de la Saint-Jean, le temps change. Le soleil revient plus souvent, les journées deviennent longues et lumineuses et, heureusement, les températures restent bien plus agréables que celles que connaît la Suisse au même moment. Nous retrouvons ainsi tout le plaisir de voyager à vélo.
Voyager à vélo, ce n’est pas seulement pédaler. Chaque journée signifie démonter la tente, chercher un bel endroit où passer la nuit, cuisiner dehors, vivre en permanence au grand air et s’adapter au vent comme à la pluie. Tout cela demande de l’énergie, mais c’est aussi ce qui rend cette manière de voyager si belle.
En famille, nous discutons souvent de la possibilité de continuer encore plus au nord, jusqu’en Norvège. Puis nous réalisons que cette année sabbatique n’a jamais eu pour but d’accumuler les kilomètres. Depuis le début, notre devise est simple : s’arrêter, regarder autour de nous, vivre pleinement chaque instant et savourer le voyage.
Et c’est exactement ce que nous choisissons de faire.
Au lieu de toujours avancer, nous décidons de rester un peu plus longtemps dans les endroits qui nous plaisent. Passer une journée supplémentaire au bord d’un lac, faire un détour, partir en randonnée ou parfois… ne rien faire du tout.
Nous dormons encore très souvent dans les petits shelters que l’on trouve partout au Danemark et en Suède. Certains sont magnifiquement situés, d’autres un peu moins romantiques, mais chacun raconte sa propre petite histoire. La côte du Kattegat nous séduit particulièrement. Très souvent, nous quittons les itinéraires cyclables officiels pour emprunter de petits chemins forestiers ou des pistes tranquilles. Il nous arrive même de pousser les vélos, mais ce sont justement ces petits imprévus qui deviennent souvent nos plus beaux souvenirs.
L’ambiance dans notre petite équipe évolue un peu comme le paysage. En descente, tout le monde rit et se réjouit. En montée, les conversations deviennent soudain beaucoup plus discrètes. Au début, les côtes restent modestes, mais plus nous avançons vers le nord, plus le relief devient vallonné… et plus nos jambes s’en rendent compte.
Dans les montées, il y a parfois beaucoup de râleries, de soupirs et de souffles courts. Les côtes ne sont clairement pas la discipline préférée de notre petite équipe. En revanche, dans les descentes, tout le monde retrouve instantanément le sourire et dévale les pentes avec enthousiasme.
Et puis, il y a la célèbre « crise de maman ». Elle arrive presque toujours lorsque, après une longue journée, nous sommes enfin tous installés sur nos matelas, sous la tente ou dans un shelter. En théorie, c’est le moment de dormir. En pratique, on rigole, on se taquine, on fait les idiots et personne ne semble avoir envie de fermer les yeux. Et puis, inévitablement, la fameuse crise de maman éclate. Heureusement, elle ne dure jamais très longtemps. Quelques minutes plus tard, le calme revient et chacun finit par s’endormir paisiblement.
La « crise de papa », elle, est un peu différente. Elle survient presque toujours au supermarché. Après avoir déjà passé ce qui semble être une éternité à faire les courses, il faut évidemment entrer « juste deux minutes » dans le magasin de jouets. Les enfants ont décidément une notion très élastique de ce que signifie « juste deux minutes ».
Dans les prochains jours, nous continuons encore un peu vers le nord avant de découvrir les magnifiques îles de l’archipel suédois. Ensuite, un ferry nous fera traverser le fjord d’Oslo pour rejoindre la Norvège.
En même temps, nous sentons que cette incroyable année sabbatique approche doucement de sa fin. Nos pensées retournent de plus en plus souvent vers la Suisse. Nous pensons à tout ce qui nous attend, à ce qu’il faudra organiser et à tout ce que nous nous réjouissons de retrouver. Les enfants sont impatients de revoir leurs amis et de retourner à l’école. Quant à nous, nous nous réjouissons aussi de retrouver un quotidien un peu plus calme, notre famille, nos amis… et peut-être aussi de nous réveiller sans devoir démonter la tente chaque matin.
En attendant, nous vous envoyons de chaleureuses salutations depuis la Suède.
Il s’agit probablement de l’un de nos derniers récits de cette grande aventure.



















