Roadtrip mit Familie – passt schon 😄 / Roadtrip with Family – It’ll Be Fine 😄

Schon seit zwei Monaten sind wir nun mit dem kleinen Dacia Duster unterwegs. Der Alltag hat sich erstaunlich gut eingependelt. Oder sagen wir: meistens zumindest.

Der Tag beginnt meistens damit, dass einer von uns Erwachsenen als Erstes aufsteht und Kaffee macht. Dafür haben wir extra eine kleine Bialetti mitgenommen – eine der besten Entscheidungen dieser Reise. Der Kaffee ist mal besser, mal schlechter. Im Moment allerdings hervorragend, weil wir noch von Yann`s Geburtstagsreserve zehren: Lavazza Rosso. Danach gibt es Frühstück für alle. Meistens Fladenbrot vom Vortag mit verschiedensten Aufstrichen. Wir haben uns tapfer durch diverse Schokoladencremes getestet und landen leider immer wieder bei Nutella. Schweren Herzens natürlich. Zum Glück findet man sie fast überall – einfach zu sehr unterschiedlichen Preisen.

Die beste Konfitüre hingegen bekamen wir erst gestern von einer marokkanischen Familie geschenkt, die neben uns picknickte: selbstgemachte Erdbeermarmelade. Unglaublich fein.

Nach dem Frühstück beginnt das grosse Verräumen. Alles muss wieder fein säuberlich in Säcke, Schubladen und Kisten verstaut werden. Alles möglichst an seinen Platz. Denn wenn irgendwo plötzlich „zu viel Platz“ ist, dann weiss man ganz sicher: irgendetwas wurde vergessen einzupacken. Und nein – das passiert uns natürlich nicht nur einmal.

Die Kinder nutzen diesen Moment meistens noch für eigene Dinge: etwas spielen, ein Hörspiel hören oder kurz aufs iPad schauen. Währenddessen werden Schlafsäcke zusammengerollt, Matten verstaut und das Dachzelt wieder zusammengeklappt. Alles möglichst klein, möglichst ordentlich und möglichst effizient. Theoretisch jedenfalls.

Meine Aufgabe ist meistens die Küche: Kocher, Geschirr, Lebensmittel und all die Dinge, die sich über Nacht wundersam überall verteilt haben. Julien hilft oft beim Dachzelt, Lollo räumt die Sitze auf. Wenn dann endlich alles wieder verstaut ist, die Säcke auf dem Dach befestigt sind, Teppiche zusammengerollt und alle Schuhe wieder irgendwo auftauchen, könnten wir theoretisch losfahren.

Hier in zwei Minuten erzählt – in Wirklichkeit dauert das Ganze meistens ein bis zwei Stunden.

Dazwischen müssen noch kleinere oder grössere Konflikte gelöst werden. Unter den Kindern. Zwischen Kindern und Erwachsenen. Oder zwischen uns Erwachsenen, wenn wir nicht genau wissen, wo wir eigentlich hinwollen oder wer jetzt wirklich gesagt hat, man solle links abbiegen.

Und kaum fahren wir los, ertönt es meistens schon nach zehn Minuten von hinten:

„Ich muss mal!“

„Ich habe Hunger!“

Oder von vorne:

„Wo wollen wir eigentlich genau hin?“

„Oh nein, kein Internet!“

„Google Maps lädt nicht!“

„Das war sicher die falsche Strasse …“

Nach einigem Hin und Her sind wir dann aber wirklich unterwegs – on the road again.

Meistens versuchen wir zuerst etwas gemeinsame Zeit im Auto zu haben. Wir hören Musik, reden oder machen – wie heute – eine kleine Mini-Schuleinheit unterwegs. Manchmal wird auch Mathe geübt. Und wenn dann irgendwann niemand mehr so richtig mag, laufen Hörspiele. Inzwischen können wir fast sämtliche Asterix-und-Obelix-Geschichten auswendig. Auch die Playmobil-Hörspiele wurden schon rauf und runter gehört.

Spätestens wenn von hinten immer lauter „Hunger!“ gerufen wird, suchen wir einen Platz zum Essen. Manchmal finden wir wunderschöne Plätze an Flüssen oder unter Bäumen. Manchmal gibt es aber eben einfach Schnellpicknick am Strassenrand. Die Flussvariante kommt eindeutig besser an.

Google Maps zeigt uns zwar immer brav an, wie lange wir noch bis zum Ziel brauchen würden – hat aber leider keine Ahnung von Strassenzuständen, Pipipausen, spontanen Teestopps, Photo Pausen oder davon, dass wir grundsätzlich irgendwo noch „ganz kurz“ anhalten müssen. Deshalb dauert bei uns eigentlich alles mindestens eineinhalbmal so lange wie angegeben. 

Unterwegs wird viel gestritten, viel gelacht und erstaunlich viel gegessen. Yann freundet sich überall mit Leuten an – was in Marokko wirklich nicht schwierig ist. Die Menschen hier sind unglaublich herzlich und gastfreundlich. Brot kaufen, Tee trinken, nach dem Weg fragen oder kurz Kaffee holen – alles wird zu einer herzlichen Begegnung.

Und die Landschaft! Sie verändert sich ständig. Felder voller Blumen, grüne Täler, schroffe Berge, kleine Dörfer, Palmenoasen, rote Felsen und kurvige Pässe wechseln sich ab. Gefühlt alle paar Minuten hört man  den Satz:

„Das ist sooo mega schön!“

 Auch die Kinder beobachten unglaublich aufmerksam. Heute rief Lolo plötzlich:

„Eine Eule!“

Und tatsächlich – wir drehten um und entdeckten sie wirklich am Strassenrand. Auch Julien entdeckt ständig Tiere oder besonders schöne Landschaften.

Was wir  ebenfalls sehr oft sehen, sind Menschen auf Eseln oder Pferden, schwer beladen mit Gras, Holz oder anderen Dingen des Alltags. Und leider sehen wir auch hier wieder viel Abfall. Nicht so extrem wie in Mauretanien, aber dennoch auffallend oft. Müllsäcke an Hängen, Plastik am Strassenrand oder  Deponien ausserhalb der Dörfer. Man merkt schnell, dass vielerorts schlicht kein funktionierendes Abfallsystem existiert.

Dafür erleben wir den Kontakt mit Frauen hier als viel offener und herzlicher. Besonders dort, wo weniger Tourismus ist. Sobald wir kleine Nebenstrassen fahren, werden wir ständig angelächelt und freundlich gegrüsst. Die Menschen freuen sich oft richtig über unser kleines Auto. In touristischeren Gegenden verändert sich die Stimmung manchmal etwas. Dort wird schneller gebettelt oder versucht, etwas zu verkaufen. Das gehört wohl  auch zum Massentourismus dazu.

Gegen Abend merken wir meistens alle ziemlich deutlich, dass es Zeit wird anzukommen. Wir fahren oft zu viel und sitzen zu lange im Auto. Dann wird die Stimmung dünner, die Geduld kleiner und die Rückbank deutlich lauter.

Also suchen wir einen Schlafplatz. Manchmal auf einem Campingplatz, manchmal irgendwo mitten in wunderschöner Natur. Dann beginnt alles wieder rückwärts: Dachzelt öffnen, Schlafsäcke verteilen, Küche auspacken, Kocher aufstellen.

Und das Abendessen?

Ihr dürft raten:

Spaghetti mit Tomatensauce.

Penne mit Tomatensauce.

Oder ganz wild:

Pasta mit Butter.

Die Menüwahl stammt eher von den Kindern als von uns.

Wenn dann endlich alle satt sind und alles wieder verräumt ist, wird es meistens auch schon dunkel. Camping bedeutet für uns momentan vor allem: früh schlafen. Spätestens um neun Uhr wird es ruhig.

Geschlafen wird auf verschiedene Arten: meistens zwei oben im Dachzelt und zwei unten im Moskitonzelt. Die letzten Nächte allerdings nicht mehr ganz so problemlos, weil Yann vom Heuschnupfen geplagt wurde. Also quetschen sich drei ins Dachzelt und eine Person schläft unten oder – wie letzte Nacht ich – im Auto.

Ganz ehrlich: Im Auto schlafen klingt cooler, als es ist.

Die Nächte sind übrigens ebenfalls nicht immer so romantisch ruhig, wie man sich Camping vielleicht vorstellt. Jedes Dorf hat mindestens eine Moschee, einen Hahn , bellende Hunde und mehrere Esel. Der Muezzin beginnt gefühlt mitten in der Nacht – wahrscheinlich eher gegen halb fünf. Danach antworten die Hähne. Und irgendwann kommentieren auch noch die Esel und die Hunde die ganze Angelegenheit.

Ruhe klingt definitiv anders.

Und trotzdem: Trotz Chaos, Streit, Müdigkeit, Pasta und zu wenig Platz lieben wir dieses Unterwegssein sehr. Wir sind inzwischen ziemlich weit im Norden angekommen und überlegen gerade, wie unsere Reise weitergehen soll.

We’ve now been travelling for almost two months with our little Dacia Duster, and somehow daily life on the road has settled into its own rhythm. Or at least… most of the time.

Our mornings usually begin with one of the adults getting up first to make coffee. We specifically brought a tiny Bialetti with us, and honestly, that may have been one of the best decisions of this trip. The coffee quality varies greatly. Right now, though, it’s excellent thanks to Jan’s birthday stash of Lavazza Rosso.

Breakfast is usually leftover flatbread with different spreads. We bravely tested several chocolate creams but, sadly, always return to Nutella. It can be found almost everywhere — just at wildly different prices.

The best jam, however, came from a Moroccan family who picnicked next to us yesterday: homemade strawberry jam. Absolutely delicious.

After breakfast begins the daily ritual of packing everything away again. Bags, drawers, boxes — every single thing needs its place. Because if there’s suddenly “too much space” somewhere, it usually means somebody forgot something important.

While we pack, the children play, listen to stories or watch something quietly on the iPad. Sleeping bags are rolled up, mattresses folded away and the rooftop tent squeezed shut again.

In theory, all this sounds quick.

In reality, it usually takes one to two hours.

And during those hours, there are naturally a few conflicts to solve. Between siblings. Between children and adults. Or between us adults when nobody remembers who suggested taking “that little shortcut”.

And once we finally start driving, we usually hear within ten minutes:

“I need to pee!”

“I’m hungry!”

Or from the front:

“Where exactly are we going?”

“No internet!”

“Google Maps isn’t loading!”

“This can’t possibly be the right road…”

But eventually, we really are back on the road again.

We try to spend the first part of the drive together — listening to music, talking or sometimes even doing a little roadschool lesson. When nobody feels like maths anymore, audiobooks take over. By now we practically know every Asterix and Obelix story by heart.

Sooner or later someone shouts “Hungry!”, and we search for a place to stop. Sometimes we find beautiful riverside picnic spots. Sometimes it’s simply roadside sandwiches.

Google Maps always tells us how long the drive should take — but unfortunately it doesn’t account for mountain roads, tea breaks, pee stops, snack emergencies or spontaneous owl sightings.

So everything takes at least one and a half times longer than expected. 

Travelling through Morocco is wonderful. The people are incredibly warm and welcoming. Buying bread, asking for directions or stopping for tea somehow always turns into a small adventure.

And the landscapes constantly change: flower fields, mountains, palm oases, tiny villages, rocky valleys and endless curves. One sentence is repeated constantly from the front seats:

“This is sooo beautiful!”

The children notice everything too. Today Lolo suddenly shouted:

“An owl!”

And yes — there really was one sitting by the road.

What we also see constantly are people travelling by donkey or horse, carrying grass, wood or goods for daily life. And sadly, we also notice a lot of rubbish along the roadsides. Not as extreme as in Mauritania, but still very visible.

By evening, everyone usually reaches their limit. Too much driving, too much sitting, too many kilometres.

So we search for a place to sleep. Sometimes a campsite, sometimes somewhere completely wild and beautiful. Then everything starts again in reverse: rooftop tent up, sleeping bags out, kitchen unpacked.

Dinner?

Usually:

Pasta with tomato sauce.

Or pasta with butter.

The children strongly influence the menu choices.

By nine o’clock, everybody is usually exhausted and asleep.

The nights themselves are not always peaceful. Every village seems to have at least one mosque, several roosters and a few donkeys. Around 4:30am the muezzin begins, followed by the roosters and occasionally the donkeys adding their own commentary.

So no — camping isn’t always as peaceful as the photos suggest.

And yet, despite the chaos, the arguments, the endless packing and the pasta, we truly love this life on the road.

We’ve now reached the north and are slowly deciding what comes next.

Roadtrip en famille – Ça va aller 😄

Cela fait maintenant presque deux mois que nous voyageons avec notre petit Dacia Duster. Petit à petit, une certaine routine s’est installée. Enfin… plus ou moins.

Les journées commencent généralement avec l’un des adultes qui se lève le premier pour préparer le café. Nous avons emporté une petite Bialetti, et honnêtement, c’était une excellente idée. Le café est parfois bon, parfois moins bon. En ce moment, il est particulièrement excellent grâce à la réserve d’anniversaire de Jan : du Lavazza Rosso.

Le petit-déjeuner se compose souvent de pain plat de la veille avec différentes pâtes à tartiner. Nous avons testé plusieurs alternatives au chocolat… mais nous revenons toujours au Nutella.

La meilleure confiture, par contre, nous a été offerte hier par une famille marocaine qui pique-niquait à côté de nous : une confiture de fraises maison absolument délicieuse.

Après le petit-déjeuner commence le grand rangement quotidien. Tout doit retrouver sa place dans les sacs, tiroirs et caisses. Car dès qu’il reste « trop de place » quelque part, cela signifie généralement qu’on a oublié quelque chose.

Pendant ce temps, les enfants jouent, écoutent des histoires ou regardent quelque chose sur l’iPad. Les sacs de couchage sont roulés, la tente de toit refermée et tout est sanglé à nouveau.

En théorie cela semble rapide.

En réalité, cela prend souvent une à deux heures.

Et entre-temps, il faut aussi régler quelques conflits : entre les enfants, entre enfants et adultes, ou entre nous quand personne ne sait vraiment quelle route il fallait prendre.

Et à peine partis, on entend déjà :

« J’ai faim ! »

« Je dois faire pipi ! »

Ou devant :

« On va où exactement ? »

« Plus d’internet ! »

« Google Maps ne marche plus ! »

Mais finalement, nous repartons vraiment sur la route.

Nous essayons d’abord de passer un peu de temps ensemble : musique, discussions ou parfois même une petite leçon d’école sur roues. Ensuite viennent les histoires audio. Nous connaissons maintenant presque tous les Astérix et Obélix par cœur.

Au bout d’un moment, quelqu’un crie qu’il a faim et nous cherchons un endroit pour manger. Parfois un magnifique coin au bord d’une rivière, parfois simplement un pique-nique rapide au bord de la route.

Les paysages du Maroc changent sans cesse : montagnes, vallées fleuries, oasis, villages perdus et routes sinueuses. Nous répétons constamment :

« C’est tellement beau ! »

Les enfants observent tout aussi attentivement. Aujourd’hui encore, Lolo a crié :

« Une chouette ! »

Et effectivement, elle était là, au bord de la route.

Nous voyons aussi beaucoup de personnes se déplacer à dos d’âne ou de cheval, chargées de bois, d’herbe ou de marchandises. Et malheureusement, nous voyons aussi beaucoup de déchets le long des routes. Moins qu’en Mauritanie, mais tout de même très présents.

En fin de journée, tout le monde commence à fatiguer. Trop de route, trop de temps assis.

Nous cherchons alors un endroit pour dormir : parfois un camping, parfois un lieu sauvage magnifique. Puis tout recommence dans l’autre sens : ouvrir la tente, sortir les sacs de couchage, installer la cuisine.

Et le dîner ?

Très souvent :

Des pâtes à la sauce tomate.

Ou des pâtes au beurre.

Les enfants influencent fortement le menu.

Vers neuf heures, tout le monde dort déjà.

Les nuits, elles, ne sont pas toujours calmes. Chaque village semble avoir sa mosquée, plusieurs coqs et quelques ânes. Le muezzin commence tôt le matin, puis les coqs prennent le relais.

Le camping n’est donc pas toujours aussi paisible qu’on l’imagine.

Et malgré tout cela — le chaos, les disputes, les kilomètres et les pâtes — nous aimons énormément cette vie sur la route.

Nous sommes désormais bien au nord et réfléchissons doucement à la suite de notre voyage.

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