Vielleicht ist das Leben in einer Ferienwohnung am schönsten Rande der Zivilisation dem Leben auf der ganzen Insel gar nicht so unähnlich. Oder besser gesagt: wie auf dieser Insel. Auch hier spürt man etwas von der Kraft der Vulkane – von der Ruhe aber auch von der Spannung, die sich aufbaut, und dem plötzlichen Ausbruch, wenn Druck entweicht.
Das enge Zusammenleben hat seine schönen, aber auch seine anstrengenden Seiten. Alles ist da: Nähe, Geborgenheit, das Gefühl von Zuhause – und dann wieder der Wunsch nach Raum, Rückzug und anderen Menschen . Es ist schön, Dinge gemeinsam zu tun, aber auch herausfordernd, mit den unterschiedlichen Erwartungen umzugehen.
Wie viel erwarten wir von den Kindern? Wie sehr sollen sie mithelfen im Alltag, Verantwortung übernehmen, Teil des gemeinsamen Rhythmus sein? Und wie gestalten wir die Schule unterwegs? Wieviel Freiheit können wir geben, und wo braucht es Führung, Struktur oder auch mal ein Dranbleiben? Oder braucht es das vielleicht gar nicht immer – weil sie ohnehin so viel lernen, jeden Tag, aus allem um sie herum?
Die Insel selbst ist vielleicht ein Spiegel davon. Der Atlantik mit seiner unbändigen Kraft, seinen Launen, seinem Wechsel zwischen Stille und Sturm – grenzenlos und doch begrenzend. Denn weiter geht es nicht.
La Palma zeigt sich, wie das Leben, in vielen Gesichtern:
mal sanft, grün und fruchtbar,
mal rau, steinig und karg.
Die Vegetation wechselt zwischen wüstenähnlichen Hängen voller Kakteen und stacheligen Pflanzen und üppigen, grünen Gärten voller Palmen und duftender Pelargonien.
Bunte Papageienpflanzen leuchten in den Vorgärten, Bananenplantagen ziehen sich in endlosen Reihen durch die Täler, daneben Avocados, Papayas und Mangos. Gemüse und Früchte im Überfluss – und gleich daneben karge Felsen und windzerzauste Hänge.
Und immer ist da der Wind – manchmal sanft und flüsternd, manchmal wild und peitschend.
Hier, in diesem kleinen Mikrokosmos rund ums Haus, spüren wir alles: Nähe und Distanz, Freude und Überforderung, Fülle und Sehnsucht nach Weite.
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Life in a holiday home at the edge of civilisation might not be so different from life on an island – or rather, like this island. You can feel something of the volcano’s nature here too: the tension that builds up, and the sudden eruption when the pressure releases.
Living together so closely has its beauty – and its challenges. Everything is here: comfort, intimacy, a sense of belonging – and then, suddenly, the wish for space, quiet and other people. It’s wonderful to share things as a family, but not always easy to balance everyone’s expectations.
How much do we expect from the children? How much should they help with daily life, take responsibility, be part of our rhythm? And how do we shape our schooling on the road? How much freedom can we give, and where is it good to offer guidance, structure or encouragement? Or maybe that’s not even needed all the time – because they are learning so much anyway, every single day.
The island itself reflects all this. The Atlantic with its moods and power – calm one moment, wild the next. Vast and open, yet defining the limits of this small world.
La Palma shows, like life, many faces:
sometimes gentle, green and fertile,
sometimes harsh, stony and bare.
The vegetation shifts from desert slopes full of cacti and prickly plants to lush gardens filled with palms and fragrant pelargoniums.
Bright bird-of-paradise flowers stand beside endless banana plantations, where avocados, papayas and mangos grow side by side. Vegetables and fruit in abundance – and right next to them, steep, barren cliffs shaped by the wind.
And the wind is always here – sometimes soft and whispering, sometimes fierce and wild.
Here, in this tiny microcosm around the house, we experience everything: closeness and distance, joy and fatigue, fullness and longing for space.


























