Wie schon angekündigt, finden wir endlich einen Weg, unsere vier Fahrräder und all unser Gepäck Richtung Norden zu bringen. Dank eines grossartigen Tipps von Freunden entscheiden wir uns für die Anreise über Rostock. Die Buchung gestaltet sich allerdings komplizierter als gedacht. Im Nachtzug sind keine Fahrradplätze mehr verfügbar, und wenn wir normale Billette lösen, haben wir keine Schlafplätze. Nach einigem Hin und Her beschliessen wir trotzdem loszufahren und unterwegs zu schauen, was sich ergibt.
In Basel warten wir gespannt auf den Nachtzug. Als er einfährt, erwartet uns eine Überraschung: Diese alten Vierer- und Sechserabteile, in denen sich die Sitze zu einer Liegefläche umklappen lassen. Wir verstauen die Fahrräder, quetschen unser Gepäck hinein und freuen uns schon darüber, überhaupt mitzukommen.
Direkt neben unserem Abteil befindet sich ein Schlafwagen. Also versuchen wir unser Glück. Der Schaffner verkauft uns – zwar nicht ganz günstig, aber dennoch fair – ein Familienabteil im Schlafwagen. Deluxe sogar, mit eigener Dusche, WC und vier erstaunlich gemütlichen Betten. Froh über diesen unerwarteten Luxus richten wir uns ein und machen es uns bequem.
Das Ruckeln und Schaukeln des Zuges wirkt allerdings nicht auf alle gleich. Für die einen ist es wunderbar beruhigend und sie schlafen tief und fest. Für die anderen bedeutet es, dass sie mehrmals in der Nacht aufwachen und sich erst wieder zurechtfinden müssen. Für die Kinder hingegen ist die ganze Fahrt ein kleines Abenteuer. Besonders am Morgen, als es schon früh hell wird. Sie liegen noch in ihren Betten und beobachten fasziniert die Landschaft, die draussen am Fenster vorbeirauscht – fast wie ein Freiluftkino auf Schienen.
Am Morgen kommen wir erstaunlich ausgeruht in Dresden an, steigen in die Deutsche Bahn um und fahren weiter nach Rostock.
Rostock empfängt uns mit sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen. Wir beziehen ein kleines Hostel und geniessen einen entspannten Tag in dieser norddeutschen Hafenstadt. Es fühlt sich gleichzeitig vertraut und neu an. Alles scheint unkompliziert, die Infrastruktur funktioniert, und das Reisen ist plötzlich wieder erstaunlich einfach.
Lange bleiben wir allerdings nicht. Wir wollen ja nach Norden. Um unsere Muskeln und Knochen langsam wieder ans Leben auf zwei Rädern zu gewöhnen, wählen wir den südlichen Teil Dänemarks als Einstieg. Dort wollen wir von Insel zu Insel hüpfen und uns wieder an das Leben in Bewegung gewöhnen.
Am ersten Velotag setzen wir mit der Fähre von Rostock nach Dänemark über. Die ersten 14 Kilometer sind schnell geschafft, und gleich neben der Fähre entdecken wir unseren ersten Shelter-Schlafplatz. Die Dänen, ein Volk mit grosser Liebe zur Natur und zum Draussensein, haben überall kleine Holzhütten aufgestellt, die man kostenlos oder gegen einen kleinen Beitrag mieten kann. Perfekt, um sich nach einem Velotag auszuruhen.
Am zweiten Tag geniessen wir die flachen Landschaften und den seitlichen Rückenwind. Wer jetzt allerdings denkt, wir würden riesige Distanzen zurücklegen, irrt sich. Unsere Tagesetappen bewegen sich aktuell zwischen 30 und 35 Kilometern. Wir sind schliesslich noch am Einfahren und möchten die Umgebung auch bewusst geniessen.
Dazu gehört natürlich auch das Einkaufen. Nach Monaten in Afrika macht es fast schon Spass, durch einen Supermarkt zu schlendern und einfach auswählen zu können, worauf man Lust hat. Besonders erfreuen uns das dunkle Brot, die grosse Käseauswahl und – sehr zur Freude der Kinder – die Gummibärchenregale.
Die Landschaft zeigt sich in sattem Grün. Weiden, Felder und kleine Dörfer ziehen an uns vorbei. Viele Häuser sind mit Reet gedeckt und haben die typischen kleinen Fenster. Dänemark wirkt gleichzeitig modern und traditionsbewusst.
Die Menschen begegnen uns offen und interessiert. Immer wieder werden wir auf unsere Fahrräder, die Kinder oder unsere Reise angesprochen. Daraus entstehen viele schöne Begegnungen.
Man merkt schnell, dass die Dänen das Fahrradfahren lieben. Die Infrastruktur ist beeindruckend. Neben grossen Strassen verlaufen oft breite und hervorragend ausgebaute Velowege. Teilweise gibt es sogar regelrechte Fahrrad-Autobahnen, auf denen man sicher und schnell vorankommt.
Natürlich merken wir auch, wie lange wir nicht mehr regelmässig Velo gefahren sind. Bereits zweimal standen wir im Outdoorladen, um fehlendes Material nachzukaufen. Ein weiteres Mal mussten wir Lollos Fahrrad reparieren lassen. Die ersten beiden Tage fuhr er nämlich mit leicht angezogenen Bremsen. Bei seinem ohnehin eher kleinen 24-Zoll-Velo machte das die Sache nicht einfacher. Seit der Reparatur flitzt er allerdings nur noch so durch die Gegend.
Auch die neu angeschafften Kilometerzähler motivieren die Kinder ungemein. Jeder zusätzliche Kilometer wird registriert und gefeiert.
Trotzdem spüren wir die Umstellung deutlich. Die Hände schmerzen etwas, die Arme sind müde, die Beine ebenfalls. Und vom Sitzleder sprechen wir lieber gar nicht.
Trotzdem geniessen wir diesen neuen Abschnitt unserer Reise sehr. Es fühlt sich gut an, wieder aus eigener Kraft unterwegs zu sein. Langsamer, direkter und näher an der Umgebung.
Nun rollen wir weiter über die dänischen Inseln. Unser nächstes Ziel ist Kopenhagen. Von dort möchten wir ein Stück mit dem Zug zurücklegen, bevor wir in Norwegen wieder auf die Fahrräder steigen.
Wir sind gespannt auf alles, was vor uns liegt.
Fortsetzung folgt.
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Heading North – This Time Really North
As we mentioned before, we finally find a way to transport our four bicycles and all our luggage northwards. Thanks to a great tip from friends, we decide to travel via Rostock. Booking, however, turns out to be more complicated than expected. The night train no longer has bicycle spaces available, and regular tickets come without sleeping berths. After some back and forth, we decide to go anyway and see what happens.
In Basel, we wait excitedly for the night train. When it arrives, we are greeted by a surprise: old-style compartments with fold-down seats that can be turned into beds. We squeeze in our bikes and luggage and are already happy just to be on board.
Right next to our compartment is a sleeper car, so we decide to try our luck. The conductor offers us a family sleeper compartment. It isn’t exactly cheap, but it feels worth it. We end up in a deluxe compartment with our own shower, toilet, and four surprisingly comfortable beds. Delighted by this unexpected luxury, we settle in for the night.
The rocking and rattling of the train affects everyone differently. For some of us, it is incredibly soothing and leads to a deep and restful sleep. Others wake up several times during the night as the train rolls through the darkness. For the children, however, the journey feels like an adventure from beginning to end. Especially in the morning, when daylight arrives early. They remain tucked up in their beds, watching the landscape rush past outside the window — almost like an open-air cinema on rails.
By the time we arrive in Dresden the next morning, we feel surprisingly well rested. We change trains and continue to Rostock.
Rostock welcomes us with sunshine and pleasant temperatures. We stay in a small hostel and enjoy a relaxed day in this northern German harbour city. Everything feels easy again, and travelling suddenly seems wonderfully straightforward.
But we don’t stay long. We want to head north. To ease our muscles and joints back into cycling life, we choose southern Denmark as our starting point. Our plan is to hop from island to island and slowly get used to life on two wheels again.
Our first cycling day begins with the ferry from Rostock to Denmark. The first 14 kilometres pass quickly, and right next to the ferry terminal we discover our first shelter campsite. The Danes, who clearly love nature and outdoor life, have built small wooden shelters all over the country. Some are free, others cost a small fee, and they provide a perfect place to rest after a day of cycling.
The landscape is flat, the wind mostly helpful, and our daily distances remain modest at around 30–35 kilometres. We are still warming up and prefer enjoying the journey rather than rushing through it.
The supermarkets are a joy after months in Africa. Good bread, excellent cheese, and entire shelves full of gummy bears make everyone happy.
Green fields, grazing animals, and charming villages accompany us along the way. Many houses are thatched and beautifully maintained. Denmark feels both modern and deeply connected to its traditions.
People are friendly and curious. We are often approached about our bicycles, the children, and our journey. These encounters regularly turn into lovely conversations.
Cycling infrastructure is everywhere. Along major roads run wide bicycle paths, and some routes even feel like cycling highways.
We also realise how long it has been since we cycled regularly. We’ve already visited outdoor shops twice for missing equipment and once to repair Lollo’s bike, whose brakes had been rubbing slightly for two days. Since fixing them, he has been flying along.
The children’s new bike computers provide additional motivation, and every kilometre is celebrated.
Of course, our bodies are adapting too. Our hands ache, our arms feel tired, and we’d rather not talk about our sore backsides.
Still, we are thoroughly enjoying this new chapter. Travelling under our own power feels wonderful.
For now, we continue across the Danish islands towards Copenhagen before eventually heading to Norway.
More adventures will follow.
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En route vers le Nord – Cette fois vraiment vers le Nord
Comme nous l’avions annoncé, nous avons finalement trouvé une solution pour emmener nos quatre vélos et tout notre équipement vers le nord. Grâce à un excellent conseil d’amis, nous choisissons de passer par Rostock. La réservation s’avère cependant plus compliquée que prévu. Plus aucune place vélo n’est disponible dans le train de nuit, et les billets ordinaires ne donnent pas accès à des couchettes. Après plusieurs hésitations, nous décidons tout de même de partir et d’improviser.
À Bâle, nous attendons le train de nuit avec impatience. Lorsqu’il arrive, une surprise nous attend : de vieux compartiments à quatre ou six places dont les sièges se rabattent pour former des couchettes. Nous entassons vélos et bagages à l’intérieur et sommes déjà heureux d’être du voyage.
Juste à côté se trouve une voiture-lits. Nous tentons notre chance et le contrôleur nous propose finalement un compartiment familial. Ce n’est pas donné, mais cela nous semble être une bonne affaire. Nous nous retrouvons dans un compartiment « deluxe » avec douche, toilettes et quatre lits étonnamment confortables.
Les secousses et le balancement du train ne produisent cependant pas le même effet sur tout le monde. Pour certains, ce mouvement est extrêmement apaisant et permet de dormir profondément. Pour d’autres, il provoque plusieurs réveils au cours de la nuit. Pour les enfants, en revanche, tout cela ressemble à une véritable aventure. Surtout le matin, lorsque le jour se lève déjà très tôt. Allongés dans leurs lits, ils regardent défiler les paysages derrière la fenêtre, comme s’ils assistaient à une séance de cinéma en plein air sur rails.
Lorsque nous arrivons à Dresde le lendemain matin, nous sommes finalement bien plus reposés que prévu. Nous poursuivons ensuite notre route vers Rostock.
La ville nous accueille sous le soleil. Nous passons une nuit dans une petite auberge et profitons de l’atmosphère détendue de cette ville portuaire du nord de l’Allemagne.
Très vite pourtant, l’appel du Nord reprend le dessus. Pour remettre doucement nos muscles en route, nous choisissons le sud du Danemark comme terrain d’échauffement. Notre idée est de passer d’île en île afin de retrouver progressivement le rythme du voyage à vélo.
Dès notre premier jour, nous prenons le ferry pour le Danemark. Après seulement quatorze kilomètres, nous découvrons notre premier « shelter », ces petits abris en bois que les Danois ont installés un peu partout pour les amoureux de la nature.
Les paysages sont plats, le vent souvent favorable, et nos étapes restent modestes : environ 30 à 35 kilomètres par jour. Nous prenons notre temps et savourons chaque instant.
Après plusieurs mois passés en Afrique, les supermarchés danois nous semblent presque exotiques. Bon pain noir, excellents fromages et rayons entiers de bonbons font le bonheur de toute la famille.
Les prairies vertes, les champs et les villages défilent doucement. Les maisons aux toits de chaume donnent au paysage un charme particulier.
Les habitants se montrent chaleureux et curieux. Beaucoup viennent discuter avec nous de nos vélos, de nos enfants ou de notre voyage.
L’infrastructure cyclable est remarquable. De larges pistes longent souvent les routes principales, et certaines ressemblent même à de véritables autoroutes à vélos.
Nous réalisons aussi à quel point nos corps doivent se réhabituer à l’effort. Deux passages dans des magasins de sport, une réparation du vélo de Lollo et quelques douleurs musculaires plus tard, nous reprenons doucement le rythme.
Les compteurs kilométriques nouvellement installés motivent énormément les enfants. Chaque kilomètre supplémentaire devient une petite victoire.
Malgré les mains fatiguées, les jambes lourdes et quelques douleurs bien placées, nous sommes ravis de cette nouvelle étape de notre voyage.
Nous continuons maintenant notre route à travers les îles danoises en direction de Copenhague, avant de poursuivre vers la Norvège.
La suite au prochain épisode.













